Neropa

Neutralerollenparität

Ein Casting Tool von B.R. Stieve

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Im fiktionalen Fernsehprogramm von ARD und ZDF gibt es seit langem deutlich mehr Männer- als Frauenrollen.
Neropa ist eine neue Methode, mit der dieses Ungleichgewicht schnell, relativ unkompliziert und ab sofort abgebaut werden kann. Alle Rollen, die nicht zwingend männlich oder weiblich sein müssen (egal wie groß oder klein sie sind und ob sie einen Namen haben oder nicht) werden als neutral definiert und anschließend paritätisch besetzt, d.h. abwechselnd Frau - Mann - Frau - Mann. So steigt der Frauenanteil im Cast.
Mehr Frauenrollen bedeuten mehr Vielfalt, mehr Identifikationsmöglichkeiten und  ein interessanteres Fernsehen. Für Frauen und Männer.

Die Arbeitsschritte von Neropa werden weiter unten beschrieben, Kommentare aus der Branche zu diesem Vorschlag gibt es in den Stimmen, und ausführlichere Hintergrundsinformationen in den Artikeln

 Bis zum Relaunch 2017 dieser Webseite sind es noch:

Artikel über Neropa:

Das Besetzungstool Neropa - A Casting Tool called Neropa
in: SchspIN - Gedanken einer Schauspielerin. 20. Jan. 2016

in: out-takes - Der Blog der Film- und Fernsehbranche, 21. Jan. 2016

Neropa II: „Ja, aber...." - Was spricht eigentlich gegen Neropa?
in: SchspIN - Gedanken einer Schauspielerin. 14. März 2016

Peter Hartig: Neutrale Rollen. (Interview mit Filmfotos)
in: cinearte 366, S. 2-11. 17. März 2016

Stimmen zu Neropa:

Ich glaube NEROPA würde ein hervorragendes Hilfsinstrument für die Verbesserung der Geschlechterverteilung bei Film- und Fernsehbesetzungen sein. Es hat das Potenzial, besonders auch die Chancen älterer Schauspielerinnen zu verbessern, deren Karrieren sich wenn sie älter werden aufgrund des zurückgehenden Rollenangebots ausnahmslos verschlechtern. Im Vereinigten Königreich vertreten Schauspielerinnen wie Emma Thompson seit Jahren die Forderung nach ,gender blind castings’ (geschlechtsblinde Besetzungen) aber es geht nur langsam voran. Allerdings, wenn wir Produzent*innen und Fernsehsender überzeugen können, diese gute Anwendungsinitiative als Norm anzunehmen, dann glaube ich, dass wir spannende Verbesserungen sehen werden. Viel Glück!
Jean Rogers
. Schauspielerin (UK). Equity UK & TUC Frauenausschüsse
Jean Rogers
Sophie Charlotte Rieger Neben der Sensibilisierung des Publikums für Geschlechterfragen ist Neropa ein sehr effektives Werkzeug, um mehr Gleichberechtigung aller Geschlechter vor der Kamera zu fördern. 
Sophie Charlotte Rieger. Freie Journalistin und Filmkritikerin filmloewin.de
Ich finde Neropa eine großartige Idee! Wir brauchen solche praktischen Lösungsansätze für die Misere der Frauen in der Filmbranche. Was nützt sonst die ganze Diskutiererei?
Barbara Rohm. Regisseurin. Vorstand Pro Quote Regie e.V.
Barbara Rohm
Tina Thiele Neropa verstehe ich als Denkanstoss. Noch mehr würde ich mir wünschen, dass die Branche dieses Modell auf ganz natürliche Weise verinnerlicht und somit von sich aus praktiziert.
Tina Thiele
Autorin & Journalistin, Betreiberin casting-network, 1. Vorsitzende Out Takes
Eoin Moore Bravo! Ich bin für Neropa! Seit Jahren gehen wir so ähnlich die Rollenverteilung durch und versuchen ein Gleichgewicht herzustellen, aber nicht so systematisch wie hier vorgeschlagen. Wichtig ist, dass so ein Tool ein Bewußtsein dafür schafft, weil wir (Männer wie Frauen) sonst unbewußt nach unserer Erziehung gestalten. Ohne zu denken hat man schnell “Busfahrer” statt “Busfahrerin” geschrieben. Dabei führt ein Umdenken grundsätzlich immer zu interessanteren Geschichten!
Rollengleichheit muss, zusammen mit der Initiative Pro Quote Regie, auf die Tagesordnung der Fernsehsender!
Eoin Moore. Regisseur. Agentur Above the Line
Anneke Kim Sarnau
Neropa ist ein Anstoss, um in unserer bunten Welt weiter Türen zu öffnen. Eine Chance, die eigenen (unbewussten) Grenzen zu öffnen, durch überfälliges Umdenken. Um NEUE Geschichten zu erzählen, für alle! Aufmerksam zu machen,  dass wir alle gleich sind, Frau, Mann, in jeder Brust ein Herz, zusammen auf einer fast runden Kugel!
Anneke Kim Sarnau. Schauspielerin. Agentur Contract
Oliver Zenglein

Neropa ist eine tolle Idee und bestechend einfach umzusetzen. Man fragt sich, warum nicht schon immer so besetzt wurde.
Oliver Zenglein. Crew United, Out Takes, Cinearte


Pamela Gräbe
Egal bei welcher Problematik, oft werden nur Missstände aufgezeigt und es wird kritisiert (zweifellos wichtig), aber es werden keine Lösungsansätze geboten. Erfrischend deshalb die Idee des Besetzungstools Neropa.
Ich kann  mir vorstellen, dass der Einsatz von Neropa nicht nur praktikabel ist, sondern auch  gewohnte Sehbilder aufbrechen und Fernsehgeschichten eine „ungewöhnliche Nuance“ mitgeben könnte. D.h. endlich würde man das sehen, was im wahren Leben zur Realität gehört: die Frau Professorin der Pathologie, die KFZ-Mechanikerin, den Erzieher... und nicht nur Klischees.
Pamela Gräbe. Web & Community Managerin. Mitarbeiterin German Stunt Association

Selbst wenn man das tool nicht ganz genau anwendet - ist allein die Lektüre absolut bewusstseinsbildend. Neropa muss an alle CasterInnen, ProduzentInnen, RegisseurInnen, RedakteurInnen geschickt werden. Ich wette in 5 Jahren sehen die Filme anders aus!
Imogen Kimmel. Regisseurin, Pro Quote Regie

Imogen Kimmel
Henrike von Platen Die einfachsten Methoden sind oft die effektivsten, wenn sie es bis zur Umsetzung schaffen. Neropa klingt so einfach, dass man sich fragt, warum Besetzungen dieser Rollen überhaupt je anders vorgenommen wurden. Ein wichtiger Schritt für neue Rollenbilder die wir dringend benötigen. Good bye old stereotype.
Henrike von Platen. Präsidentin (2010-16) BPW Germany
Als Gründungsmitglied von Equal Representation for Actresses in the UK (Gleiche Repräsentation von Schauspielerinnen im Vereinigten Königreich), einer Kampagne die für eine 50:50 Ausgeglichenheit der Geschlechter in Film, Fernsehen und auf der Bühne bis 2018 kämpft, halte ich NEROPA für ein großartiges Tool, das helfen kann, ausgeglichene Casts in Dramen und Komödien schnell und einfach zu etablieren, ohne der Handlung zu schaden. Wir setzen uns auf unserer Webseite für NEROPA ein und sind sehr froh, die Methode in unserem Arsenal für unsere Verhandlungen mit Sendern und Redaktionen zu haben.
Polly KempSchauspielerin. Equal Representation for Actresses
Polly Kemp
Nicole Ackermann
Neropa ist ein sehr guter Impuls in die richtige Richtung. Die leichte, pragmatische Umsetzung kann sofort ausgewogenere Rollenbilder transportieren, mit möglichst nachhaltiger Wirkung.
Nicole Ackermann, Vorstandsvorsitzende Women in Film & Television Germany e.V.
Das Deutsche Komitee für UN Women setzt sich für die Gleichstellung der Geschlechter auf allen Ebenen der Gesellschaft ein und unterstützt daher das Tool Neropa. Durch Rollenbesetzungen in Film und Fernsehen kann sich eine Gesellschaft frei von Geschlechter- Stereotypen darstellen. Es können realistische Rollenbilder transportiert werden, die einer Diskriminierung von Frauen und Mädchen aktiv entgegenwirken. Ein ausgewogener, gleichwertiger Einsatz von Frauen und Männern, Jungen und Mädchen, ist notwendig, um tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter in Film und Fernsehen zu erreichen – Neropa als Instrument für eine ausgeglichene Rollenverteilung bietet hierbei einen wichtigen Anknüpfungspunkt.
Karin Nordmeyer, Vorsitzende UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V.
Karin Nordmeyer
Neropa ist schon deshalb für jede Autorin und jeden Autor ein sehr hilfreiches Werkzeug, weil es den Blick auf das Geschlecht jeder Figur und seine mögliche Bedeutung für Protagonist und Handlung lenkt. Denn er hat Sexualität und Rollenbilder. Ein Gleichgewicht in der Repräsentanz der Geschlechter sollte sich dann ja einstellen, denn das entspricht unserer Erfahrung in der Welt und der Erfahrung unserer Protagonisten in ihrer Welt. Es sind Erzählentscheidungen, die schon die Autorin oder der Autor treffen sollte.
Arno Stallmann, Drehbuchautor, Dramaturg. filmschreiben.de
Arno Stallmann
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Arbeitsschritte von Neropa:

Eva Maria Kölling Der erste und entscheidende Schritt ist zu beschließen, in einer Produktion das Tool Neropa - Neutralerollenparität anzuwenden. Anschließend geht es folgendermaßen weiter:
  • Die Durchführung von Neropa wird einem Team übertragen, beispielsweise bestehend aus Caster/in, Regisseur/in und Produzent/in bzw. Redakteur/in.
Michael Schäfer
Maximilian Seidel
  • Vor dem ersten Teamtreffen überprüft jede/r für sich die Rollenliste des Films, und markiert, welche Rollen im Drehbuch männlich und welche weiblich sind – ohne etwas zu ändern,  Journalist 1 ist demnach männlich (denn er heißt nicht Journalistin 1), ebenso wie Dr. Meier, Biologe.
  • Im zweiten Schritt werden alle Rollen, die jedes Geschlecht haben könnten, als neutral gekennzeichnet. Egal wie groß oder klein die Rollen sind. und ob sie einen Namen haben oder nicht. Auch das machen alle aus dem Team einzeln.
Nahoko Fort. Foto: Hanae Yamashita
Désirée Siyum
  • Das erste Teamtreffen: Die Verantwortlichen vergleichen ihre jeweiligen Listen und einigen sich auf die Neutralen Figuren.
  • Diese werden nun im Wechsel als Frauen bzw. Männer festgelegt, begonnen wird mit einer weiblichen Figur.
Hans Hendrik Trost
  • Fertig! Die endgültige Rollenliste steht, die Besetzungsarbeit kann beginnen.

Durch einen früheren Einsatz vom Neropa-Check, z.B. in der Stoffentwicklung, wird dieses Korrektiv zu Produktionsbeginn langfristig seltener erforderlich sein.
Neropa: Beispiel der Durchführung
Neropa ist eine Methode und Vorschlag von B.R. Stieve 2016 / SchspIN
Kontakt

Herzlichen Dank allen Unterstützer*innen von Neuropa auf dieser Seite und außerhalb.

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Belinde Ruth Stieve